Lebende Luftbrücke

Das Projekt „Lebende Luftbrücke“ ist eine Studie, bei der am Beispiel einer Fußgängerbrücke Möglichkeiten untersucht wurden, wie baubotanische Bauwerke mithilfe pneumatischer Stützstrukturen gebildet werden könnten. Entsprechend dem Verfahren der Pflanzenaddition wurde das Wachstumsmuster von Würgefeigen als Vorbild des Entstehungsprozesses herangezogen, wobei die tragende Funktion des Wirtsbaums von luftgestützten Strukturen übernommen wird.

Die zwanzig Meter weit spannende Brücke besteht zunächst aus einem druckstabilisierten Luftbalken, einem Tensairity®-Träger, um den herum weitere kleinere Pneus angeordnet sind. Die besonders dünnen, schlanken und biegsamen Pflanzen wurzeln teils im Boden an den Ufern des überspannten Flusses, anfangs teils aber auch in hydroponischen Pflanztaschen auf den Pneus. Sie bilden um die äußeren Pneus eine gitterartige Struktur.

Als temporäre Stützen eingesetzt bieten Pneus die Möglichkeit, dass ihre Tragfähigkeit sukzessive an die sich entwickelnde Pflanzenstruktur angepasst werden kann: Mit zunehmender Tragfähigkeit der Pflanzenstruktur kann der Luftdruck abgesenkt werden, wodurch ihre Steifigkeit abnimmt und die Pflanzen mehr Traglast übernehmen müssen. Sobald die „Luftstützen“ nicht mehr gebraucht werden, können sie entfernt werden und geben dann den von ihnen besetzte Raum frei. Die Brücke wird, nachdem eine Lauffläche eingezogen wurde, benutzbar. Wie ein selbstragender Laubengang überspannt sie den Fluss, der Mensch befindet sich inmitten der lebenden Struktur, in einem von Pflanzen gebildeten und getragenen Raum.

Vorgeschlagen wurde das Bauwerk für den deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße mit der Absicht, durch das „Zusammenwachsen der Ufer“ den Einigungsprozess Europas zu symbolisieren.

  • Projekt:
    Entwurfsstudie/ Diplomarbeit bei Prof. Dr. Gerd de Bruyn (IGMA)
  • Entwurf:
    Ferdinand Ludwig
  • Zeitraum:
    10/2005 – 03/2006

Projekt: Experimentalbauwerk/Studienprojekt

Planungsteam: Ferdinand Ludwig; Oliver Storz; Cornelius Hackenbracht

Standort: Neue Kunst am Ried

Finanzierung: Neue Kunst am Ried, Sponsoren

Bauliche Fertigstellung: 04/2005

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