Der baubotanische Pavillon für den SATELLITEN

Das Raum- und Nutzungsprogramm des SATTELITEN fügt sich in eine baubotanische Versuchsanordnung ein. Zu Beginn wird die Nutzung noch eher den Charakter des Provisorischen haben, die Nutzer selbst werden zu Mitarbeitern an einem öffentlich zur Schau getragenen Experiment. In der Hochphase kann die Satellitennutzung in einem „grünen Zimmer“ integriert werden, und nach Auszug der Institution bleibt ein spezifischer, öffentlicher Freiraum mit hohen Aufenthaltsqualitäten zurück. Die Dauer dieser drei Phasen wird bestimmt durch das Wachstum und Training der Pflanzen sowie durch die Montage und Demontage der Klimahüllen. Die biologischen Prozesse geben Zeitfenster vor und prägen den räumlichen und ästhetischen Charakter des Ortes.

Die Idee des SATELLITEN basiert auf einer Kooperation zwischen dem Studiengang Industrial Design (ID)der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und dem  Institut Grundlagen moderner Architektur und Entwerfen (IGMA) der Universität Stuttgart.

Ziel des Entwurfs ist, eine kulturelle Plattform zu schaffen, die von den Kooperationspartnern gemeinsam bespielt werden kann. Das Bauwerk soll einen engeren und kontinuierlichen Kontakt der Hochschuleinrichtungen mit den Bürgern ermöglichen, und dazu beitragen, dass das kulturelle Leben der Stadt stärker von den Aktivitäten der Universität und der Kunstakademie profitieren kann.

Die Antwort auf diese Entwurfsaufgabe ist ein experimentelles baubotanisches Bauwerk. Seine Betreiber werden gleichsam Laborleiter des Geschehens: Sie nutzen und pflegen es für einige Zeit und tragen mit seinen kulturellen Aktivitäten zum Leben der Stadt bei.

Das potentielle Baugrundstück in der Stauffenbergstraße liegt im Stadtzentrum Stuttgarts, weist aber gleichzeitig Eigenschaften eines Hinterhofs auf: Benachbarte Bauwerke wie das Kunstgebäude kehren dem Grundstück ihre Rückseite zu und die Situation ist durch eine Tiefgaragenabfahrt dominiert. Mit der Platzierung des Pavillons auf diesem „Loch“ inmitten des Platzes wird versucht, eine positive Besetzung des unklaren Ortes vor zunehmen. Die oberirdischen Bauelemente der Tiefgarageneinfahrt dienen dem Pavillon als „Sockel“, der eine schwebende „Wurzelplatte“ aufnimmt. So kann ein öffentlicher Ort geschaffen werden, der mit eigenen grünen Qualitäten die städtebaulich gewünschte Verbindung der beiden Grünräume Schlossplatz und Schlossgarten herstellt.

  • Projekt:
    Entwurf / Studie
  • Planungsteam:
    FG Baubotanik;
    Ulrich Pantle
    Daniel Schönle
  • Auftraggeber:
    IGMA

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