serienschnitte verwachsungen

Untersuchung von Verwachsungen – Techniken des Pflanzenverbindens

Pflanzen so miteinander zu verbinden, dass sie zu einer physiologischen Einheit und einer mechanisch belastbaren Verbindung verwachsen, ist eine der Schlüsseltechniken der Baubotanik. In aktuell laufenden Versuchen wird daher die Eignung unterschiedlicher Verbindungsmethoden und der Einfluss der Baumart auf das Verwachsungsergebnis untersucht. Dazu wurden exemplarisch 10 verbreitete Wald- und Parkbäume ausgewählt, die sich in ihren anatomischen Eigenschaften (z.B. Zerstreut- und Ringporer)  und ökologischen Verhaltensmustern (z. B. Pionier- und Klimaxbaumarten) unterscheiden.

Bei den Versuchen wurden die Pflanzen an der Berührstelle teilsweise ähnlich dem Veredelungsverfahren des Ablaktierens angeschnitten, teilweise wurden die Pflanzen aber auch ohne weitere Behandlung durch verschieden Verbindungsmittel fest aufeinandergedrückt. Letzteres entspricht den Bedingungen, bei denen natürliche Verwachsungen auftreten, die  häufig bei Wurzeln, seltener auch bei sich zufällig berührenden Ästen zu beobachten sind.

 

Mehrere Stufen dieses Verwachsungsprozesses konnten auf makroskopischer Ebene sowie in mikroskopischen Schnitten dokumentiert werden: Zunächst kann an den Berührstellen meist ein gegenseitiges Umwallen der Verwachsungspartner beobachtet werden. Anschließend verbinden sich die Rindengewebe, indem an gegenüberliegenden Stellen der beiden Verwachsungspartner im äußeren Rindenbereich kallusartige Gewebe entstehen, die miteinander verschmelzen. Teilweise sind diese Verbindungen äußerlich erkennbar, teilweise werden sie erst im Schnitt sichtbar. Wenn die Rindengewebe über größere Bereiche miteinander verwachsen sind, kommt es partiell zu einer „Verschmelzung“ der Holzkörper, die sich nur im Querschnitt sicher nachweisen lässt. An Stellen, an denen es nicht zum Verbinden der Holzkörper kommt, verbleiben Reste lebender oder abgestorbener Rindengewebe in der Verwachsung.

  • Projekt:
    Teilprojekt des Promotionsvorhabens von Ferdinand Ludwig bei Prof. Dr. Gerd de Bruyn (IGMA) und Prof. Dr. Thomas Speck (PBG Freiburg)
  • Finanzierung:
    Stipendienprogramm der DBU
  • Zeitraum
    seit 02/2007
  • Versuchsfläche
    Versuchsstation für Gartenbau Hohenheim

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