Baubotanischer Turm

Baubotanischer Turm

tl_files/fl/images/baubotanischer turm/Logo_Ausgewaehlter Ort 2010 -z.jpgDer baubotanische Turm ist ein Versuchs- und Demonstrationsbauwerk, das dazu dient, neue Möglichkeiten des Konstruierens mit lebenden Pflanzen aufzuzeigen und die architektonischen und ökologischen Potentiale der Baubotanik zu veranschaulichen.

Das knapp neun Meter hohe Bauwerk weist eine Grundfläche von etwa acht Quadratmetern auf und verfügt über drei begehbare Ebenen. Es ist das erste baubotanische Projekt, bei dem das Verfahren der Pflanzenaddition zum Einsatz kam. Die pflanzliche Struktur wurde aus mehreren hundert jungen, zwei Meter großen Silberweiden (Salix alba) gebildet, wobei nur die untersten Pflanzen in den Erdboden gesetzt wurden, während alle anderen in speziellen Pflanzcontainern wurzeln, die auf sieben verschiedenen Ebenen angeordnet sind.

Die gesamte Struktur wird von einem temporären Gerüst aus Stahlrohren gestützt und ist mit Hilfe von Schraubfundamenten im Boden verankert, die ebenfalls rückgebaut werden können. Bis alle Pflanzen vollständig miteinander verwachsen sind, werden die Pflanzcontainer mittels einer einfachen Pumpanlage ständig feucht gehalten, um den Pflanzen das notwendige Wasser zur Verfügung zu stellen. Dabei soll untersucht werden, wie lange es braucht, bis eine sich selbstständig vom Boden aus mit Wasser und Nährstoffen versorgende Struktur entstanden ist.

Aufgrund seines experimentellen Charakters ist das Bauwerk nicht als ein öffentlich begehbares Objekt konzipiert, denn die Tragfähigkeit des pflanzlichen Tragwerks lässt sich aktuell schwer prognostizieren und soll durch Belastungstest nachgewiesen werden. Die aus verzinkten Stahl-Gitterrosten gebildeten Ebenen dienen im Wesentlichen der Wartung und Pflege.

Bei der Pflanzenstruktur wurden Stränge aus jeweils zwei Pflanzen gebildet. Diese wurden rautenförmig angeordnet und an den Kreuzungspunkten mit den horizontal angeordneten Ebenen verbunden. Wenn die Pflanzen im Laufe der Zeit miteinander verwachsen, verbinden sie sich kraftschlüssig mit den Ebenen und es entsteht eine fachwerkartige Tragstruktur. Sobald dann die lebende Struktur stabil genug ist, um die einwachsenden Ebenen tragen und die Nutzlasten des Bauwerks übernehmen zu können, wird das Gerüst entfernt. Wie lange dieser Prozesse dauern wird, hängt von vielen Faktoren ab und soll an dem Bauwerk untersucht werden – gerechnet wird mit einer Zeitspanne von fünf bis zehn Jahren. Dann werden die Pflanzen alle vertikalen Kräfte aufnehmen, wobei eine in sich steife Struktur nur im Verbund mit den horizontal angeordneten, technischen Bauelementen entsteht.

Das Projekt wurde ermöglicht durch:

tl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/dbu sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/helix sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/krinner sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/uplifter sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/seco galatec sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/kopf sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/staneker sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/volksbank sw.jpgtl_files/fl/images/baubotanischer turm/sponsoren/schlegel sw.jpg

  • Projekt:
    Experimentalbauwerk im Rahmen des Promotions- vorhabens von Ferdinand Ludwig bei Prof. Dr. Gerd de Bruyn (IGMA) und Prof. Dr. Thomas Speck (PBG Freiburg)
  • Planungsteam:
    Ferdinand Ludwig;
    Cornelius Hackenbracht
  • Tragwerksplanung:
    BaStHo
  • Finanzierung:
    Stipendienprogramm der DBU, Sponsoren
  • Bauliche Fertigstellung:
    07/2009
  • Standort:
    Neue Kunst am Ried